Studieren und Rundfunkbeitrag zahlen?!

Studierende sind, wenn sie einen eigenen Hausstand haben, meistens zur Zahlung des Rundfunkbeitrags verpflichtet. Das gilt auch dann, wenn sie in einer Wohngemeinschaft oder im Studentenwohnheim leben. Wer Sozialleistungen wie BAföG bezieht, kann sich befreien lassen.

Zwei junge Frauen sitzen auf einem Sofa und schauen Fernsehen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Schüler, Auszubildende und Studierende mit eigenem Hausstand müssen Rundfunkbeitrag zahlen – meist auch dann, wenn sie nur ein Zimmer in einer WG oder im Studentenwohnheim haben.
  2. Unter bestimmten Umständen, beispielsweise beim Bezug von Sozialleistungen, ist eine Befreiung von der Zahlung des Rundfunkbeitrags möglich. Nur wegen eines geringen Einkommens kann man sich nicht befreien lassen.
  3. Bei entsprechendem Nachweis kann man die Befreiung längstens rückwirkend für drei Jahre beantragen.
Stand: 23.07.2018

Abweichend vom Grundsatz, dass alle Wohnungsinhaber verpflichtet sind, für ihre Wohnung einen Rundfunkbeitrag zu zahlen, können sich einige Personengruppen von dieser Beitragspflicht befreien lassen – darunter auch Schüler, Lehrlinge und Studenten. Dabei kommt es jedoch darauf an, ob sie noch im Haushalt ihrer Eltern leben oder bereits einen eigenen Haushalt führen, und ob sie BAföG oder ähnliche Sozialleistungen beziehen. Nur wegen eines geringen Einkommens ist keine Befreiung vom Rundfunkbeitrag möglich.

1. Mit eigener Wohnung oder Zimmer in WG und Studentenwohnheim

Schüler, Studierende und Auszubildende mit eigenem Hausstand sind beitragspflichtig. Dabei ist es egal, ob es sich um den Haupt- oder Nebenwohnsitz handelt. Entscheidend ist alleine das Bewohnen einer Miet- oder Eigentumswohnung. Der Rundfunkbeitrag wird grundsätzlich einmal für jede Wohnung fällig. Es gilt: Eine Wohnung – ein Beitrag.

Wohngemeinschaften: Leben Studierende gemeinsam mit anderen Leuten in einer Wohngemeinschaft, so muss sich eine Person beim Beitragsservice anmelden und die WG kann sich die monatlichen Kosten von 17,50 Euro teilen. Sind einige Bewohner von der Zahlung des Beitrags befreit, so müssen diejenigen als „Leistungsfähige“ für den Rundfunkbeitrag aufkommen, die sich nicht befreien lassen können. Eine Anmeldung auf jemanden, der sich befreien lassen kann, ist nicht möglich. Erst, wenn alle Bewohner befreit sind, ist die gesamte Wohnung auch beitragsfrei. Wichtig ist, dass sich jeder Mitbewohner beim Beitragsservice meldet – auch und gerade dann, wenn bereits ein anderer den Rundfunkbeitrag zahlt. In diesem Fall ist dessen Name und dessen Beitragsnummer mitzuteilen.

Zimmer in Studentenwohnheim: Auch für Unterkünfte in Studentenwohnheimen wird der Rundfunkbeitrag in der Regel fällig. Ein Wohnheimzimmer gilt als einzelne Wohnung, wenn es von einem allgemein zugänglichen Flur aus erreichbar ist und einen eigenen Briefkasten und eine eigene Klingel hat. Pro Zimmer ist dann der Beitrag von 17,50 Euro im Monat zu zahlen. Sind jedoch mehrere Wohnheimzimmer zum Beispiel als Doppelapartments oder wie eine Wohngemeinschaft gestaltet und vom allgemein zugänglichen Flur durch eine gemeinsame Wohnungstür getrennt, muss wie in anderen WGs nur eine Person für den Rundfunkbeitrag angemeldet sein und man kann sich die 17,50 Euro pro Monat teilen. Ob ein Wohnheimzimmer als einzelne Wohnung oder als Wohngemeinschaft angesehen wird, ist nicht immer ganz klar. Unerheblich für die Einstufung ist, ob der Wohnheimplatz über ein eigenes Bad oder eine Küche verfügt.

2. Im Haushalt der Eltern

Wohnen Schüler, Studenten oder Auszubildende noch bei ihren Eltern, müssen sie selbst keinen Beitrag zahlen und auch keine Befreiung beantragen, wenn ihre Eltern bereits mit der Wohnung angemeldet sind und für diese bezahlen. Sind die Eltern wegen Sozialleistungen befreit, dann profitieren auch die Kinder: Bis zum Alter von 25 Jahren müssen Kinder dann nicht zahlen und auch keinen eigenen Befreiungsantrag stellen.

Wann ist kein Rundfunkbeitrag zu zahlen?

Beziehen Schüler, Lehrlinge und Studenten Sozialleistungen wie BAföG, Ausbildungsgeld, Bundesausbildungsbeihilfe oder ähnliche Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB III), können sie sich von der Zahlung befreien lassen.

Achtung: die Befreiung erfolgt nicht automatisch, sondern muss beim Beitragsservice beantragt und der Bezug der Leistung nachgewiesen werden. Sie gilt oft nur für die Dauer des Zeitraums, die im BAföG-Bescheid genannt ist. Manchmal stellt der Beitragsservice auch längere Befreiungen aus. Deswegen ist es wichtig, auf das Enddatum im Befreiungsbescheid zu achten.

Hat man es verpasst, rechtzeitig einen Befreiungsantrag zu stellen, lässt sich das rückwirkend für die letzten drei Jahre nachholen, wenn die entsprechenden BAföG-Bescheinigungen beim Beitragsservice vorgelegt werden.

Gut zu wissen

Anträge zur Befreiung erhalten Sie in den Bezirks- und Ortsämtern oder im Internet unter www.rundfunkbeitrag.de. Der Antrag ist schriftlich zu stellen und muss per Post an den ARD ZDF und Deutschlandradio Beitragsservice, 50656 Köln übermittelt werden.

Im Antrag müssen Sie den entsprechenden Befreiungsgrund angeben (z.B. BAföG-Bezug: Nr. 405 A) und den Leistungsbezug nachweisen. Wir empfehlen, keine Originale zu versenden, sondern sich beispielsweise eine Bescheinigung vom BAföG-Amt extra zur Vorlage beim Beitragsservice geben zu lassen. Ratsam ist außerdem, den Antrag per Einschreiben zu versenden, um im Zweifelsfall einen Nachweis in der Hand zu halten.

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